Laktoseintoleranz

Alle Infos zum Thema Milchzuckerunverträglichkeit

Arten von Laktoseintoleranz

Milchzuckerunverträglichkeit ist nicht zu verwechseln mit einer Kuhmilch- bzw. Milcheiweißallergie. Diese Allergie tritt im Vergleich seltener auf und führt zu einer allergischen Immunreaktion.  Eine solche Reaktion tritt bei der Laktoseintoleranz nicht auf. Oft wird fälschlicherweise die Bezeichnung Laktose-Allergie für eine Laktoseintoleranz verwendet, was sachlich nicht richtig ist.

 

1. Natürliche Laktoseintoleranz

Die natürliche Milchzuckerunverträglichkeit ist die Form, die am weitesten verbreitet ist. Sie tritt häufig erst bei Erwachsenen auf und verstärkt sich oft mit zunehmendem Alter. Als Säuglinge und Kinder können die Betroffenen noch ausreichend Laktase produzieren, so daß die Ernährung mit Muttermilch und später mit  anderen Milchprodukten zunächst ohne Probleme möglich ist. Mit der Entwöhnung von Milchprodukten reduziert sich auch die Menge der vom Körper produzierten Laktase und es kommt zu den typischen Symptomen der Laktoseunverträglichkeit. Dies ist besonders häufig im asiatischen Raum der Fall, wo die Mehrheit der Bevölkerung Milchzucker nicht verträgt. Entsprechend sieht der Speiseplan in diesen Ländern aus, auf dem Milchprodukte keine Rolle spielen. In nördlichen Breiten gibt es diese Probleme seltener, aber auch in Deutschland gelten etwa 15% der Bevölkerung als betroffen, in südeuropäischen Ländern sind es teilweise mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung.
Bei der natürlichen Laktoseintoleranz vertragen betroffene Personen i.d.R. in einem gewissen Rahmen noch Laktose, d.h. sie produzieren noch eingeschränkt Laktase. Häufig werden noch 12g Laktose als Einmaldosis bzw. 24g Laktose über den Tag verteilt vertragen, als eine bzw. zwei Tassen Milch oder ein Äquivalent anderer Lebensmittel, siehe Laktosetabelle. Diesen Spielraum kann man durchaus ausnutzen, dadurch wird kein Schaden angerichtet und es werden keine Beschwerden ausgelöst. Das ist wichtig zu wissen, die vollständige Vermeidung von Laktose ist in seltenen Fällen notwendig.

 

2. Sekundäre Laktoseintoleranz

Hierbei handelt es sich um eine vorrübergehende Beeinträchtigung bei der Verdauung von Milchzucker. Ursache können verschiedene Darmerkrankungen oder auch eine Fehl- oder Mangelernährung sein. Normalerweise funktioniert die Verdauung nach einer Abheilung wieder, nur in seltenen Fällen bleibt eine dauerhafte Beeinträchtigung der Laktasebildung zurück. Auch eine Glutenunverträglichkeit kann eine Laktoseintoleranz nach sich ziehen. Ist dies der Fall, so kann durch eine Vermeidung von Gluten bei der Ernährung ggf. Laktose wieder vertragen werden.

 

3. Angeborene Laktoseintoleranz

Diese Form der Milchzuckerunverträglichkeit kommt selten vor und wird durch einen Gendefekt verursacht. Die Bildung von Laktase ist hierbei von Geburt an stark eingeschränkt oder auch gar nicht möglich. Symptome wie Durchfall treten hierbei bereits direkt nach der Geburt auf. Eine verträgliche Ernährung mit Muttermilch ist nicht möglich, da diese auch Milchzucker enthält. In noch selteneren Fällen wird die Laktose von Säuglingen bereits im Magen aufgenommen und gelangt ungespalten in die Blutbahn, was zu schweren Vergiftungserscheinungen führen kann.