Leben mit Laktoseintoleranz

Die weit verbreitete natürliche Laktoseintoleranz und die angeborene Laktoseintoleranz lassen sich nicht mit Medikamenten behandeln (siehe auch Arten von Laktoseintoleranz). Anders verhält es sich bei der temporären Form, die i.d.R. nur ein Nebeneffekt einer anderen Erkrankung im Magen-Darm-Bereich ist. Hier ist es zumindest in den meisten Fällen so, dass nach einer Abheilung der Krankheit, die die Intoleranz verursacht hat, wieder Laktase vom Körper produziert wird und der Milchzucker wieder aufgespalten werden kann.

Allerdings kann man mit Laktoseintoleranz gut leben, wenn man sich entsprechend darauf einstellt. Hierfür gibt es drei Strategien, die in der Praxis von Betroffenen häufig kombiniert werden:

 

1.) Laktosehaltige Produkte meiden

Klingt logisch, ist allerdings in der Praxis gar nicht so einfach. In vielen Lebensmitteln ist Milchzucker versteckt, von denen man es zunächst gar nicht erwartet. Ein Beispiel sind Wurstwaren, aber auch Gebäck, Brot und Fertiggerichte. Aus diesem Grund sollte man zur Vermeidung von Laktose die Zusammensetzungen studieren oder nachfragen. Auch Medikamente (Tabletten) enthalten übrigens oft Laktose. In so kleiner Menge bereitet das allerdings den wenigsten Betroffenen Verdauungsprobleme. Kompliziert kann die Vermeidung auch werden, wenn man im Restaurant ist. Nur wenn hier ohne vorgefertigte Produkte gearbeitet wird, kann der Koch Laktose gezielt vermeiden. Und selbst dann kommt es natürlich darauf an, ob der Koch eine schmackhafte Alternative findet. Das ist leider nicht immer der Fall. Da eine totale Laktoseunverträglichkeit selten ist,  vertragen die meisten Betroffenen immer noch eine geringe Dosis Laktose. Insbesondere dann, wenn die Aufnahme über den Tag verteilt erfolgt, d.h. nicht viel aus einen Schlag aufgenommen wird. Laktose wird auch besser vertragen, wenn parallel dazu feste Nahrung gegessen wird. So kann es durchaus sein, daß man selbst mit Laktoseintoleranz ein Glas Milch zu einer Brotzeit gut vertragen kann. Sofern keine totale Laktoseintoleranz vorliegt, sollte man auch weiterhin geringe Mengen Laktose zu sich nehmen. Bei vollständiger Abstinenz läuft man sonst Gefahr, dass sich der Schwellenwert der Unverträglichkeit weiter absenkt.
Hier gibt es weitere Informationen dazu: Laktosetabelle, Laktosearme Käsesorten

 

2.) Ersatzprodukte verwenden

Inzwischen gibt es zahlreiche Ersatzprodukte, die auch breit über Supermärkte vertrieben werden. Nicht nur Milch, sondern auch Joghurt, Quark und andere Milchprodukte können in einer laktosefreien Variante verwendet werden. Der Milchzucker wird bei diesen Produkten im Herstellungsprozess entfernt. Das ist unproblematisch und führt geschmacklich nur leichten Unterschieden. Man kann natürlich auch Sojaprodukte zum Ersatz von Milchprodukten verwenden. Das ist allerdings geschmacklich ein deutlicher Unterschied, dass sollte man einfach ausprobieren.

 

3.) Laktasetabletten nehmen

In der Apotheke und auch in Drogerien gibt Tabletten zu kaufen, die dem Körper Laktase von außen zuführen. So können Betroffene Laktose zu sich nehmen. Die Laktase unterstützt bei der Verdauung und Probleme werden vermieden. Schwierig hierbei ist allerdings, dass die Menge der aufgenommenen Laktose richtig abgeschätzt werden muß, um die Tabletten nicht zu hoch und nicht zu niedrig zu dosieren. Bei einer falschen Dosierung funktioniert die Behandlung nicht richtig. Den richtigen Umgang muß man entsprechend lernen, da pauschale Aussagen wie viele Tabletten man nehmen sollte nicht möglich sind. Zu unterschiedlich ausgeprägt ist zum einen noch die eigene Fähigkeit, Laktase zu produzieren. Zum anderen ist der Laktosegehalt von Lebensmitteln oft nur schwer abzuschätzen. Für einen Capucchino oder ein Glas Milch kann man seine persönlich richtige Dosierung im Zeitablauf ermitteln. Kompliziert wird es allerdings bei Lebensmitteln, deren Laktosgehalt man nicht genau kennt. Hier die die richtige Dosierung eher ein Glückstreffer. Über die dauerhafte Verwendung von Laktasetabletten sollte man mit seinem Arzt sprechen. Die Tabletten an sich sind zwar im medizinischen Sinne harmlos und können einfach in der Drogerie gekauft werden. Dennoch ist auch diese Nahrungsergänzung ein Eingriff mit Wirkung auf das Verdauungssystem, mit der man entsprechend sehr bewußt umgehen sollte.

 

Eine Kombination dieser drei Ansätze ist sehr sinnvoll, da man unbedingt eine Mangelernährung vermeiden sollte. Ein kompletter Verzicht auf Milchprodukte kann z.B. zu einem Kalziummangel führen, was wiederum Probleme verursacht. Das kann man durch eine gezielte Ernährungsplanung ausgleichen, muß es aber entsprechend angehen. Zudem bedeutet eine Vermeidung natürlich auch einen Verzicht auf Genuß und Lebensqualität. Kombiniert man die Ansätze und ist aufmerksam bei der Auswahl von Lebensmitteln und Speisen, kann man mit einer Laktoseintoleranz nahezu ohne Beeinträchtigung leben.